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«Wunden sollte man trocken behandeln!» - Faktencheck

Lara Wernli • 21. August 2026

Wenn eine Verletzung entsteht, aktiviert unser Körper automatisch einen fein abgestimmten Reparaturmechanismus, an dem zahlreiche Zellen und Botenstoffe zusammenwirken – ganz ohne, dass wir bewusst darauf Einfluss nehmen können.

Dabei verfolgt der Organismus ein klares Ziel: Er will verhindern, dass Erreger wie Bakterien, Viren oder Pilze eindringen, und schützt gleichzeitig vor Entzündungen sowie dem Austrocknen der betroffenen Stelle.


 

Wie läuft die Wundheilung ab?

Kurz gesagt läuft die Wundheilung in mehreren Etappen ab, die teilweise ineinander übergehen: Erst stoppt die Blutung durch Gerinnung, dann wird die Wunde von Fremdstoffen befreit und mit Fibrin abgedichtet, bevor sich schliesslich neues Gewebe bildet und die Wunde sich schliesst. Wie lange das dauert, hängt von Grösse und Tiefe der Verletzung ab.

 

Man unterscheidet drei Phasen:


  1. Reinigungsphase: Der Körper befördert Schmutz, abgestorbene Zellen und Keime aus der Wunde, um Infektionen vorzubeugen. Ein saugfähiger, aber nicht austrocknender Verband ist hier entscheidend.
  2. Aufbauphase: Es entsteht neues, gut durchblutetes Bindegewebe, das die Wunde auffüllt und zusammenzieht. Ein feuchtes Milieu beschleunigt hier die Zellbildung.
  3. Abschlussphase: Das neue Gewebe wandelt sich in Narbengewebe um, die Wunde verschliesst sich vollständig. Auch jetzt sind Feuchtigkeit und Schutz vor äusseren Einflüssen wichtig.

 

 


Trockene Wundversorgung

Über lange Zeit galt die trockene Methode als klassischer Ansatz in der Wundbehandlung: Die Verletzung bleibt offen an der Luft oder wird lediglich mit einem gewöhnlichen Pflaster abgedeckt. Durch die Gerinnung entsteht eine feste, trockene Kruste über der Wunde.

Dieser Schorf bringt jedoch einige Nachteile mit sich: Die Heilung verläuft langsamer, das Infektionsrisiko ist erhöht und es bildet sich eher eine sichtbare Narbe. Zusätzlich kann das Wechseln von Verband oder Pflaster unangenehm sein, da Gewebe daran festkleben kann.




Feuchte Wundheilung

Damit sich eine Wunde schliessen kann, müssen sich neue Zellen bilden und ausbreiten – und genau dafür ist ein feuchtes Wundklima nicht nur vorteilhaft, sondern notwendig. Nur so kann sich die Haut rasch und optimal regenerieren.

Im Vergleich dazu braucht die trockene Methode deutlich länger und birgt ein höheres Risiko für sichtbare Narben. Feuchtigkeitsspendende Wundprodukte schaffen dagegen ideale Voraussetzungen für die Heilung.

Werden Wunden mit einer feuchtigkeitsbewahrenden Salbe und einem entsprechenden Pflaster versorgt, können sich neue Zellen besser bilden, vermehren und wandern – das beschleunigt den gesamten Heilungsprozess spürbar.

 

In 3 Schritten zur optimalen Wundversorgung

Damit eine Wunde bestmöglich heilen kann, lohnt sich diese einfache Abfolge:


1. Reinigen: mit einem geeigneten Wundspray oder -desinfektionsmittel

2. Schützen: mit einem passenden Pflaster, z. B. wasserdicht für den Alltag

3. Behandeln: mit einer feuchtigkeitsspendenden Wundheilsalbe



So unterstützt du die Wundheilung


  • Nährstoffreich essen: Zink, Eisen, Vitamine (A, C, D, E, K) und Eiweiss unterstützen den Aufbau neuen Gewebes.
  • Genug trinken: Rund 2–2,5 Liter täglich sorgen für gute Durchblutung.
  • Nicht rauchen: Verschlechtert die Sauerstoffversorgung und verlangsamt die Heilung.
  • Alkohol vermeiden/reduzieren: Zu viel schwächt das Immunsystem und stört die Heilung.


 


Fazit

Wunden sollten also feucht behandelt werden. Es unterstützt die Wundheilung, verkürzt die Heilungsdauer und reduziert das Risiko von sichtbaren Narben. Gerne beraten wir Sie dazu bei uns in der Tösstal Apotheke!


 



 

Quellen:

1.      https://www.hansaplast.de/ratgeber/wundversorgung/feuchte-wundheilung

2.      https://www.verfora.ch/de/desinfektion-und-wundheilung/wundheilung-feucht-oder-trocken/

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