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Retinol – Wirkung, Anwendung und wichtige Hinweise
Lara Wernli • 14. August 2026
Was versteht man unter Retinol?
Retinol ist ein anderer Name für Vitamin A. Ihr Körper kann diesen Stoff nicht eigenständig produzieren. Stattdessen nimmt er über die Ernährung entweder direkt Vitamin A auf oder gewinnt es durch enzymatische Umwandlung aus β-Carotin. Auf diese Weise entsteht Retinol, das Ihrer Haut zu mehr Elastizität verhilft.
Wirkung
Egal ob als Bestandteil von Tages- oder Nachtcreme, in Seren oder Augenpflegeprodukten: Retinol bietet Ihrer Haut eine ganze Reihe an positiven Effekten:
- Erneuerung der Haut: Retinol beschleunigt den natürlichen Zellumsatz – abgestorbene Hautzellen werden schneller abgetragen, während frische, gesunde Zellen nachwachsen.
- Bildung von Kollagen: Der Wirkstoff fördert die Kollagenproduktion, wodurch die Haut an Spannkraft und Elastizität gewinnt.
- Verbesserung der Hautstruktur: Durch die angeregte Kollagenbildung kann Retinol dazu beitragen, feine Linien und Fältchen sichtbar zu reduzieren.
- Reduktion von Verfärbungen: Pigmentflecken und sichtbare Sonnenschäden können durch die regelmässige Anwendung gemildert werden.
- Schutz vor freien Radikalen: Retinol hilft, Ihre Haut vor freien Radikalen zu schützen, die etwa durch UV-Strahlung oder andere Umwelteinflüsse entstehen.
- Wirkung bei Akne: Dank seiner entzündungshemmenden Eigenschaften eignet sich Retinol auch für Haut, die zu Akne neigt, und kann das Hautbild spürbar verbessern.
Wo findet man natürlich Vitamin A?
Bedeutende natürliche Quellen für Vitamin A sind vor allem Fleisch, Leber, Fisch, Eier und Milchprodukte. In pflanzlichen Lebensmitteln kommt häufig Beta-Carotin vor, eine Vorstufe, aus der Ihre Leber Vitamin A bilden kann. Besonders reich an Beta-Carotin sind Karotten, rote Paprika, Tomaten, Spinat und Brokkoli.
Ist Retinol für mich geeignet?
Es gilt die allgemeine Orientierung: Sobald sich bei Ihnen erste Fältchen zeigen, können Sie mit der Anwendung beginnen. Häufig ist das um das 30. Lebensjahr herum der Fall, wobei dies von Mensch zu Mensch stark variiert. Während manche schon Anfang 20 erste Fältchen bemerken, bleibt anderen eine glatte Haut deutlich länger erhalten.
In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie auf Retinol verzichten.
Grundsätzlich eignet sich Retinol für jeden Hauttyp. Allerdings sollten Sie je nach Hauttyp auf ausreichende Feuchtigkeitszufuhr achten, da Retinol die Haut austrocknen kann. Dies betrifft besonders trockene Haut. Doch auch bei öliger Haut lohnt sich Vorsicht: Fühlt sich die Haut dehydriert an, reagiert sie häufig mit vermehrter Talgproduktion.
Bei reifer und unreiner Haut zeigt Retinol besonders positive Ergebnisse: Reife Haut profitiert vom glättenden Effekt, unreine Haut von der talgregulierenden Wirkung. Bei empfindlicher oder dehydrierter Haut ist hingegen etwas mehr Vorsicht geboten. Auch hier lässt sich Retinol anwenden, jedoch idealerweise in geringerer Dosierung – etwa durch eine kleinere aufgetragene Menge oder durch Verdünnung mit einem anderen Serum. Ergänzend sollten Sie bei empfindlicher oder dehydrierter Haut Ihre Pflegeroutine um Produkte erweitern, die den Effekten von Retinol entgegenwirken: Bei dehydrierter Haut empfiehlt sich die Kombination mit feuchtigkeitsspendenden Produkten, bei empfindlicher Haut zusätzlich mit beruhigenden Produkten, die Irritationen vorbeugen.
Kann Retinol meiner Haut auch schaden?
Auch wenn Retinol als besonders wirksamer Inhaltsstoff gilt, wird er nicht von jeder Haut von Anfang an gleich gut vertragen. Gerade zu Beginn der Anwendung können vorübergehende Hautreaktionen auftreten – vor allem dann, wenn die Dosierung zu hoch gewählt oder zu häufig angewendet wird.
Mögliche Begleiterscheinungen
- Rötungen und Trockenheitsgefühl
- schuppende oder spannende Haut
- leichtes Brennen oder Jucken
- erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht
Anwendung
Damit sich die optimale Wirkung entfalten kann, sollten Sie bei diesem Wirkstoff einige Punkte beachten.
Wie oft sollten Sie Retinol anwenden?
Idealerweise wenden Sie Retinol täglich an, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Entscheidend ist jedoch, dass Sie Ihre Haut behutsam an den Wirkstoff gewöhnen. Starten Sie mit einer niedrig konzentrierten Pflege und tragen Sie diese anfangs nur einmal wöchentlich abends nach der Reinigung auf. Erhöhen Sie die Anwendungshäufigkeit dann schrittweise von Woche zu Woche. Verträgt Ihre Haut den Wirkstoff gut, können Sie bei Bedarf zu einer höheren Konzentration wechseln. Zeigen sich hingegen Reizungen, reduzieren Sie die Anwendung wieder.
Sonnenschutz ist bei Retinol Pflicht
Ein zuverlässiger Sonnenschutz gehört zu jeder Hautpflege dazu – bei der Anwendung von Retinol ist er jedoch besonders wichtig. Da der Wirkstoff die Zellerneuerung fördert, reagiert Ihre Haut in dieser Zeit empfindlicher auf UV-Strahlung. Verwenden Sie deshalb ein Produkt mit hohem Lichtschutzfaktor (etwa LSF 50) und ergreifen Sie zusätzliche Schutzmassnahmen, wie das Tragen einer Kopfbedeckung oder das Vermeiden starker Sonneneinstrahlung.
Diese Kombinationen sollten Sie vermeiden
Weil Retinol die Haut reizen kann, sollten Sie auf die gleichzeitige Anwendung von Peelings oder Säuren verzichten. Nutzen Sie diese Produkte stattdessen an Tagen ohne Retinol:
- AHA/BHA (z. B. Glykol- oder Salicylsäure)
- Vitamin C
- Benzoylperoxid (nur in dermatologischer Absprache kombinieren)
Produkte
Retinol wird in vielfältigen Formen angeboten. Abhängig von den Bedürfnissen Ihrer Haut kommen dabei Produkte mit unterschiedlicher Textur und Wirkstoffkonzentration infrage.
- Tagescreme mit Retinol
Bei Tagespflegeprodukten darf die Retinol-Konzentration bis zu 1 % betragen, liegt in der Praxis aber meist darunter. Wichtig: Ihre Tagespflege mit Retinol sollte stets einen Lichtschutzfaktor beinhalten, damit Ihre Haut vor schädlicher UV-Strahlung geschützt ist.
- Retinol-Serum
Seren zeichnen sich in der Regel durch eine hohe Wirkstoffkonzentration aus. Bei Retinol liegt diese zwischen 0,3 % und 1 %. Dank der leichten Textur zieht der Wirkstoff besonders gut in die Haut ein, was die Wirkung von Retinol zusätzlich verstärken kann.
- Retinol-Nachtcreme
Während der nächtlichen Regenerationsphase profitiert Ihre Haut besonders von Retinol. Im Schlaf schüttet Ihr Körper ein Wachstumshormon aus, das unter anderem die Zellerneuerung und Kollagenbildung steuert. Retinol kann diesen natürlichen Prozess dank seiner regenerativen Eigenschaften unterstützen und beschleunigen. Ebenso wie bei der Tagespflege liegt die Retinol-Konzentration auch hier bei maximal 1 %.
- Retinol-Kapseln
Diese zählen zu den Nahrungsergänzungsmitteln. Wie bei allen Präparaten dieser Art kommt es auch hier auf die richtige Dosierung an. Auf Grundlage aktueller Studien empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine maximale Tagesdosis von 0,2 Milligramm, da Ihr Vitamin-A-Bedarf in der Regel bereits durch die tägliche Ernährung gedeckt wird. Nehmen Sie zu viel Vitamin A auf, kann dies unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen sowie Schwindel oder Sehstörungen zur Folge haben.
Quellen
1. https://www.cerave.ch/de-ch/hautpflege-tipps/geschaedigte-haut/retinol-empfindliche-haut
2. https://www.laroche-posay.ch/de-ch/inhaltsstoffe-in-unserer-hautpflege/retinol

