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Osteoporose
Lara Wernli • 22. Februar 2026
Was ist das?
Bis ungefähr zum 25. Lebensjahr entwickelt sich unser Knochengerüst vollständig. In den darauffolgenden Jahren bleibt die Knochenmasse weitgehend konstant. Ab etwa dem 40. Lebensjahr setzt jedoch ein natürlicher Abbau ein: Der Anteil an Mineralsalzen im Knochen sinkt allmählich, wodurch auch seine Festigkeit abnimmt. Bei einer Osteoporose verläuft dieser Abbau deutlich schneller und ausgeprägter. Gesunde Knochen besitzen eine poröse, schwammähnliche Struktur mit stabilen Verstrebungen, den sogenannten Knochenbälkchen. Nimmt sowohl die Knochendichte als auch die Qualität der Knochenstruktur ab, verlieren die Knochen an Widerstandskraft. Besonders häufig betroffen sind die Wirbelsäule sowie die Knochen von Oberschenkel, Oberarm und Unterarm.
Symptome
Der Abbau der Knochen verursacht zunächst keine Schmerzen. Eine beginnende Osteoporose bleibt deshalb oft lange unbemerkt und wird häufig erst nach einem Knochenbruch erkannt.
Trotzdem gibt es Warnzeichen, auf die man achten sollte:
- Rückenschmerzen
- Rundrücken
- Deutliche Abnahme der Körpergrösse (mehr als 4 cm)
Bei fortgeschrittener Osteoporose können Knochen schon bei kleinen Belastungen oder sogar ohne ersichtlichen Grund brechen. Besonders häufig sind die Wirbelsäule und die Hüfte betroffen. Ein Wirbelbruch kann starke Schmerzen verursachen und führt oft zu einer gekrümmten Haltung sowie zu einem Verlust an Körpergrösse.
Ein Bruch des Oberschenkelknochens in der Nähe des Hüftgelenks ist ein klares Zeichen für eine weit fortgeschrittene Osteoporose. In diesem Stadium ist das Risiko für weitere Knochenbrüche deutlich erhöht.
Tipps für gesunde Knochen
1. Knochenfreundlich essen
Kalzium und Eiweiss sind entscheidend für stabile Knochen und kräftige Muskeln. Eiweiss liefern unter anderem Fleisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Tofu. Kalzium ist vor allem in Milchprodukten, grünem Gemüse, Feigen, Tofu und kalziumreichem Mineralwasser enthalten. Wer täglich mehrere Portionen Milchprodukte isst, kann den Kalziumbedarf gut decken und nimmt gleichzeitig wertvolles Eiweiss auf. Ergänzt durch Gemüse und eine Eiweissquelle wie Fleisch oder Tofu ist der tägliche Bedarf in der Regel gedeckt.
2. Aktiv sein
Bereits im Kindes- und Jugendalter ist Bewegung wichtig, da sie den Knochenaufbau fördert. Sportarten mit Belastung, wie Laufen oder Ballspiele, stärken die Knochen besonders. Ab etwa dem 30. Lebensjahr nimmt die Knochendichte langsam ab. Dieser Prozess lässt sich jedoch durch regelmässige Bewegung deutlich bremsen. Aktivitäten mit kurzen, kräftigen Belastungen wie Joggen, Springen oder Tanzen wirken stärker auf die Knochen als gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Velofahren. Auch im Alter ist es wichtig, aktiv zu bleiben und neben Ausdauer und Kraft auch das Gleichgewicht zu trainieren.
3. Nicht rauchen
Rauchen beeinträchtigt die Versorgung des Körpers mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen. Das schwächt die Knochen. Ein Rauchverzicht wirkt sich daher positiv auf die Knochengesundheit aus.
4. Alkohol massvoll konsumieren
Ein hoher Alkoholkonsum wirkt sich negativ auf die Knochengesundheit aus. Als unbedenklich gelten maximal zwei Standardgläser pro Tag für Männer und ein Standardglas für Frauen. Ein Standardglas entspricht etwa einem Deziliter Wein oder drei Dezilitern Bier.
5. Sonnenlicht nutzen
Vitamin D hilft dem Körper, Kalzium aufzunehmen, und ist wichtig für feste Knochen. Es wird hauptsächlich durch Sonnenlicht in der Haut gebildet. Kurze Aufenthalte an der Sonne, idealerweise um die Mittagszeit, unterstützen die Vitamin-D-Produktion. Da Sonnenschutzmittel die Bildung hemmen, sollte die Dauer je nach Hauttyp angepasst werden. Über die Nahrung wird nur wenig Vitamin D aufgenommen, weshalb besonders im Winter häufig ein Mangel entsteht. In solchen Fällen können Vitamin-D-Präparate sinnvoll sein – die richtige Dosierung sollte jedoch immer mit einer Fachperson abgesprochen werden.
6. Gesundes Körpergewicht halten
Untergewicht erhöht das Risiko für Osteoporose, da dem Körper wichtige Nährstoffe fehlen und weniger Hormone gebildet werden. Ein Body-Mass-Index zwischen 20 und 25 gilt allgemein als günstig. Bei älteren Menschen darf der BMI etwas höher sein, da sie bei
Gewichtsverlust schneller Muskelmasse abbauen. Muskeln tragen wesentlich zur Stabilität der Knochen bei. Starkes Übergewicht hingegen belastet Knochen und Gelenke und sollte ebenfalls vermieden werden.
Behandlung
Die heutige Therapie der Osteoporose kombiniert mehrere Massnahmen. Dazu gehören Medikamente, eine gezielte Verbesserung der Nährstoffversorgung (insbesondere Kalzium und Vitamin D) sowie Strategien zur Erhaltung der Beweglichkeit und zur Vermeidung von Stürzen. Ziel der Behandlung ist es, den Knochenabbau zu verlangsamen und die Gefahr von Knochenbrüchen möglichst gering zu halten.
Medikamente gegen Osteoporose
Für die Behandlung stehen verschiedene Arzneimittel zur Verfügung. Einige bremsen den Abbau der Knochensubstanz, andere regen den Knochenaufbau an. Am häufigsten werden Medikamente aus der Gruppe der Bisphosphonate eingesetzt.
- Bisphosphonate
Diese Wirkstoffe hemmen den Knochenabbau und tragen dazu bei, die Knochendichte zu erhalten oder zu verbessern. Der Therapieerfolg hängt stark davon ab, dass die Behandlung konsequent durchgeführt wird. Bei Tabletten ist zudem die richtige Einnahme wichtig, meist morgens auf nüchternen Magen. In der Regel werden Bisphosphonate über mehrere Jahre angewendet. Regelmässige Knochendichtemessungen dienen dazu, den Verlauf der Behandlung zu überprüfen.
2. Biologische Therapien
Zu neueren Behandlungsoptionen zählen sogenannte osteologische Biologika wie Prolia® oder Evenity®, die gezielt in den Knochenstoffwechsel eingreifen.
3. Östrogene
Eine Hormontherapie mit weiblichen Geschlechtshormonen kommt vor allem bei Frauen unter 60 Jahren infrage, die an einer milden Osteoporose oder einer Vorstufe davon (Osteopenie) leiden. Nach den Wechseljahren oder bei frühem Hormonmangel können Östrogene helfen, den Knochenverlust zu verlangsamen.
4. Kalzium- und Vitamin-D-Präparate
Kalzium und Vitamin D spielen eine zentrale Rolle für feste Knochen. Kalzium ist ein wichtiger Bestandteil der Knochensubstanz, während Vitamin D dafür sorgt, dass Kalzium überhaupt in den Knochen eingebaut werden kann. Deshalb gelten Kombinationspräparate aus Kalzium und Vitamin D3 als grundlegende Therapie bei Osteoporose. Die empfohlene Menge richtet sich nach Alter, Geschlecht und Lebensweise der Betroffenen.
Quellen
- https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/osteoporose
- https://www.usz.ch/krankheit/osteoporose/
- https://www.ksw.ch/gesundheitsthemen/osteoporose/

