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Eingerissene Mundwinkel (Mundwinkelrhagaden)

Lara Wernli • 21. Januar 2026

Was sind Mundwinkelrhagaden?

Durch die fehlende Feuchtigkeit wird die Haut spröde, was leicht zu Rissen führt, die sich anschließend auch entzünden können. Oft zeigen sich zuerst gerötete, raue und schuppige Stellen in den Mundecken. Mit der Zeit können diese Bereiche einreissen, leicht bluten oder verkrusten. Viele Betroffene empfinden dann schon kleinste Bewegungen oder Berührungen als schmerzhaft. 


Zwar verschwinden Mundwinkelrhagaden häufig nach kurzer Zeit wieder, doch sie können hartnäckig werden, wenn sie über längere Zeit bestehen bleiben oder sich stärker entzünden. Im Folgenden erfährst du, was hinter solchen eingerissenen Mundwinkeln stecken kann und welche Massnahmen helfen, sie wirksam zu lindern.



Ursachen

Viele Menschen kennen das Problem: Die Mundwinkel brennen, spannen oder reissen sogar ein. Besonders unangenehm wird es beim Essen, Sprechen oder Lächeln. Doch warum passiert das überhaupt?


  • Warum die Mundwinkel so empfindlich sind

Die Haut an den Mundecken ist besonders dünn und besitzt kaum schützende Strukturen wie Hornschichten oder Talgdrüsen. Deshalb trocknet sie schneller aus und reagiert empfindlich auf äußere Reize. Kommen Belastungen oder gesundheitliche Faktoren hinzu, entstehen leichter kleine Risse.


  • Kälte und Heizungsluft

Im Winter arbeitet die Haut auf Hochtouren: draußen kalte Luft, drinnen warme Heizungsluft. Ein ständiger Feuchtigkeitsverlust ist die Folge. Die Lippen werden trocken, spannen und können in den Mundwinkeln einreißen.

Aber auch im Sommer sind die Lippen beansprucht. Da sie nur wenig Melanin enthalten, sind sie empfindlicher gegenüber UV-Strahlung und neigen bei starker Sonneneinstrahlung ebenfalls zu Trockenheit und Rissbildung.


  • Vitamin- und Mineralstoffmangel 

Halten eingerissene Mundwinkel über längere Zeit an, kann auch ein Mangel an wichtigen Vitaminen oder Mineralstoffen dahinterstecken.


Besonders häufig betroffen:

  • Vitamin B2 (Riboflavin) – ein Mangel kann zu trockenen, spröden Lippen führen.
  • Eisen und Zink – beide Mineralstoffe spielen eine wichtige Rolle für eine gesunde Haut.


Ob ein Mangel vorliegt, lässt sich zuverlässig nur durch ein Blutbild beim Arzt feststellen.


  • Trockene Haut & Neurodermitis

Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis ist die Hautbarriere geschwächt, wodurch Feuchtigkeit schneller verloren geht. Besonders Kinder entwickeln rund um den Mund ein sogenanntes „Leckekzem“: Die trockene Haut reizt zum häufigen Lippenlecken, was die Mundwinkel zusätzlich strapaziert und zu Einrissen führen kann. Während akuter Schübe verschlimmern sich die Beschwerden oft deutlich.


  • Herpes als verstärkender Faktor

Lippenherpes gehört zu den häufigsten Auslösern gereizter und eingerissener Haut im Lippenbereich. Noch bevor die typischen Bläschen sichtbar werden, kommt es zu Kribbeln oder Brennen. Die Bläschen können sich auch in den Mundwinkeln bilden und dort kleine Einrisse begünstigen.



Vegis aufgepasst

Wie eine unausgewogene Ernährung das Immunsystem schwächen kann, so kann auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen sichtbare Auswirkungen auf die Haut haben. Besonders Vegetarierinnen und Veganer sollten auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 achten, da dieses Vitamin überwiegend in tierischen Lebensmitteln vorkommt.


Ein Vitamin-B12-Mangel kann sich unter anderem durch trockene, rissige oder entzündete Mundwinkel bemerkbar machen. Wird ein Defizit vermutet, empfiehlt sich die Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. Bei Bedarf kann ein geeignetes Vitaminpräparat eingesetzt werden, um die Versorgung sicherzustellen.



Vorbeugung


  • Weniger Feuchtigkeit, mehr Schutz

Sind die Mundwinkel bereits leicht eingerissen, ist es besonders wichtig, sie trocken zu halten. Häufiges Lippenlecken verschlimmert das Problem, denn Speichel entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Bei einer bakteriellen oder pilzbedingten Entzündung kann ein feuchtes Umfeld die Infektion sogar fördern.


  • Reizende Lebensmittel besser meiden

Offene oder entzündete Mundwinkel reagieren empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel. Deshalb sollten Sie salzige, sehr saure oder scharf gewürzte Speisen vorübergehend meiden, da sie die gereizte Haut zusätzlich belasten können.


  • Regelmässige Lippenpflege als Prävention

Eine gute, feuchtigkeitsspendende Lippenpflege, idealerweise frei von Duft- und Reizstoffen, kann helfen, Lippen und Mundwinkel geschmeidig zu halten und Trockenheit vorzubeugen. Besonders in den Wintermonaten oder während intensiver Sonneneinstrahlung ist eine konsequente Pflege empfehlenswert.



Hausmittel


  • Honig

Honig wird traditionell in der Wundpflege eingesetzt. Seine antibakteriellen Eigenschaften und die Fähigkeit, die Haut geschmeidig zu halten, können kleine Risse im Mundwinkelbereich beruhigen. Ein dünner Film Honig kann die Haut bei der Regeneration unterstützen.


  • Olivenöl

Olivenöl ist reich an natürlichen Fetten, die die Haut vor weiterem Feuchtigkeitsverlust bewahren können. Gleichzeitig wirkt es leicht entzündungshemmend und kann so dazu beitragen, gereizte Mundwinkel zu beruhigen.


  • Kamille

Kamille gilt als bewährtes Hausmittel bei entzündeter oder gereizter Haut. Ein abgekühlter Kamillentee, vorsichtig mit einem Wattepad aufgetragen, kann beruhigend wirken und die Haut vorübergehend entspannen.


Wichtig: Hausmittel ersetzen keine geprüften Produkte

Auch wenn viele natürliche Mittel lindernd wirken können, sind sie nicht immer dermatologisch getestet und können empfindliche Haut im Einzelfall sogar zusätzlich reizen. Wer sicher gehen möchte, sollte daher eher auf medizinische Hautpflegeprodukte aus der Apotheke setzen. Diese sind speziell formuliert, um empfindliche Mundwinkel zu beruhigen, zu schützen und die Heilung zu unterstützen.





Quellen

https://www.geo.de/wissen/gesundheit/eingerissene-mundwinkel--was-wirklich-hilft-31589028.html

https://www.laroche-posay.ch/de-ch/article/eingerissene-mundwinkel

https://www.eucerin.de/hautzustand/empfindliche-haut/eingerissene-mundwinkel



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