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Trockene Augen (Keratoconjunctivitis sicca)

Lara Wernli • 20. November 2025

Weit verbreitet

Trockene Augen gehören zu den am häufigsten auftretenden Beschwerden und können den Alltag vieler Betroffener spürbar beeinträchtigen. Die Tränenflüssigkeit setzt sich aus drei Schichten zusammen und wird von den Meibom-Drüsen, den Tränendrüsen sowie den Becherzellen produziert. Durch regelmäßiges Blinzeln verteilt sie sich gleichmäßig über die Augenoberfläche. In der Tränenflüssigkeit befinden sich unter anderem IgA und Lysozym – Substanzen mit antibakterieller Wirkung, die das Auge vor Infektionen schützen. Zudem sorgt sie dafür, dass die Hornhaut ausreichend befeuchtet und mit Sauerstoff versorgt wird.

 



Was ist eine Keratoconjunctivitis sicca?

Eine Keratoconjunctivitis sicca beschreibt eine „Austrocknung“ von Binde- und Hornhaut, die entsteht, wenn entweder zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird oder der Aufbau des Tränenfilms gestört ist. Trockene Augen treten also auf, wenn die Benetzung des Auges unzureichend ist – sei es aufgrund einer verminderten Tränenproduktion oder weil eine der normalerweise drei Schichten des Tränenfilms fehlt oder nur unzureichend ausgebildet ist.

 


Symptome

  • Trockene oder schlecht befeuchtete Augenoberfläche
  • Kratziges oder sandiges Gefühl im Auge
  • Brennen oder Stechen 
  • Verminderte Tränenproduktion, teilweise mit anschliessenden Phasen starken Tränenflusses
  • Gerötete oder gereizte Augen
  • Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht
  • Zeitweilig verschwommene Sicht
  • Schnelle Ermüdung der Augen
  • Probleme beim Tragen von Kontaktlinsen

 


Ursachen

Für trockene Augen kommen zahlreiche Auslöser infrage. Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptmechanismen unterscheiden:


  1. Es wird nicht genügend Tränenflüssigkeit gebildet, um die Augenoberfläche ausreichend zu benetzen
  2. Die Zusammensetzung des Tränenfilms ist gestört, sodass er instabil wird und zu schnell verdunstet


Mit zunehmendem Alter steigt generell das Risiko für trockene Augen. Besonders bei Frauen können hormonelle Veränderungen während und nach der Menopause die Wahrscheinlichkeit zusätzlich erhöhen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Einflussfaktoren: Umweltbedingungen wie trockene Raumluft, Klimaanlagen oder langes Arbeiten am Bildschirm spielen eine wichtige Rolle. Auch bestimmte Erkrankungen wie etwa rheumatische Erkrankungen oder Diabetes - ebenso wie einige Medikamente, Kontaktlinsen, Infektionen oder Verletzungen können zur Entstehung trockener Augen beitragen.

 


Behandlung


  • Tränenersatzmittel

In den meisten Fällen lassen sich trockene Augen gut mit Tränenersatzmitteln lindern. In bestimmten Situationen kann zusätzlich eine entzündungshemmende Therapie sinnvoll sein.


  • Vorsorge

Trockenen Augen kann bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden – vorausgesetzt, einige wichtige Verhaltensregeln werden beachtet.


  • Medikamente überprüfen

Es ist entscheidend, die Empfehlungen des Augenarztes konsequent zu befolgen. Medikamente, die trockene Augen begünstigen können, sollten sofern möglich, vermieden werden. Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt.


  • Augenschonende Gewohnheiten

Kontaktlinsen, die nicht gut vertragen werden, sollten nicht weitergetragen werden. Langes Arbeiten am Bildschirm lässt sich oft nicht vermeiden, dennoch hilft es, regelmässig bewusst zu blinzeln, um die Augen ausreichend zu befeuchten.


  • Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung

Ebenso wichtig ist es, mögliche Grunderkrankungen, etwa ein Sjögren-Syndrom, zu diagnostizieren und gezielt zu behandeln, da sie massgeblich zur Entstehung trockener Augen beitragen können.



Augentropfen: Welche Inhaltsstoffe gibt es?
Zur Behandlung trockener oder gereizter Augen werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt:


  • Hyaluronsäure: Dieses körpereigene Molekül kann grosse Mengen Wasser binden und haftet besonders gut auf der Augenoberfläche. Es versorgt die Augen mit Feuchtigkeit und legt sich wie ein schützender Film darüber.
  • Euphrasia: Der Extrakt aus der traditionellen Heilpflanze Augentrost wird seit Jahrhunderten verwendet. Er wirkt sanft gegen leichte Reizungen und sorgt für eine natürliche Erfrischung der Augen.
  • Heparin: Auch Heparin besitzt feuchtigkeitsspendende Eigenschaften. Dadurch kann es Irritationen reduzieren und die Erneuerung von Binde- und Hornhaut unterstützen.
  • Ectoin: Dieser Wirkstoff mindert entzündliche Prozesse am Auge. Er stabilisiert den Tränenfilm und hilft, Juckreiz sowie Brennen zu verringern.
  • Vitamin A: Das bekannte „Augenvitamin“ pflegt trockene Augen und lindert deren Beschwerden. Zudem unterstützt es die Regeneration von geschädigter Binde- und Hornhaut.

 


Quellen:

https://www.luks.ch/was-wir-behandeln/trockene-augen

https://www.augenaerzte-bern.ch/das-trockene-auge-keratoconjunktivits-sicca/

https://hylo.at/behandlung-trockener-augen/befeuchtende-inhaltsstoffe/


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